Meine 5 (einhalb) liebsten True Crime Comedy Podcasts – Teil 1

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Ich bin zwar eine deklarierte Leseratte und weiß mich auch sonst bestens zu beschäftigen – vor allem wenn’s ums prokrastinieren fernab meiner Dissertation geht – aber manchmal mag ich auch einfach gerne zuhören. Vor allem dann, wenn ich nebenher simple Sachen mache, also etwa putzen, Wäsche aufhängen, aufräumen, ausräumen oder auch nähen – da kann ich nebenher nicht lesen oder ein Video kucken, aber ich mag trotzdem ein wenig Unterhaltung. Und in diesem Zusammenhang hab ich schon vor ein paar Jahren Podcasts für mich entdeckt. Hörbücher sind natürlich auch spitze, sind mir dann aber oft zu umfangreich – ich vergesse dann, wo ich war, worum es geht, was als letztes geschah und wer um Himmels willen wer ist (meine leidige Namens-Amnesie). Bei Podcasts sind die Längen der einzelnen Episoden meist überschaubar, so gelingt es mir eher, nicht zu vergessen, selbst wenn ich eine Folge in zwei Etappen höre.

Gerade jetzt, wenn es manchmal schwierig sein kann, sich zu konzentrieren oder eine sinnvolle Beschäftigung zu finden, oder man sich vielleicht auch einfach nur ablenken möchte, können Podcasts eine gute Möglichkeit sein, sich die Zeit zu vertreiben und dabei vielleicht sogar noch was Neues zu lernen. Oder vielleicht auch einfach nur, die eigenen Fremdsprachenkenntnisse zu verbessern 🙂

Wie auch bei Büchern höre ich fast ausschließlich englischsprachige Podcasts. Meine fünfeinhalb Favoriten aus dem Bereich True Crime Comedy sind dementsprechend alle englisch, wenn auch leicht verständlich, zumindest die amerikanischen. Für alle, die sich immer schon mal mit australischen und britischen Slangausdrücken beschäftigen wollten, ist hier und im Folgepost auch einiges dabei.

Also lasst uns mal mit meinen ersten 3 liebsten True Crime Comedy Podcasts starten:

screenshot vom Podcast Crime in Sports auf Player

1) Crime in Sports – James Pietragallo & Jimmie Whisman

Eins gleich mal vorweg: Ich interessiere mich nicht im geringsten für Sport bzw. Sportler. Ab und an schaue ich Snooker oder auch ein Fußballspiel, aber darüber hinaus kann mich die Sportwelt und alle der Wahnsinn, der sie umgibt, gepflegt gern haben. Was mich nochmal weniger interessiert sind Dumpfbackensportarten wie American Football, Boxen, MMA oder Wrestling (Skifahren in allen Variationen oder Formel1 auch nicht, aber da ist der Crime-Faktor scheinbar nicht so hoch …). Aber – und das ist ein großes ABER – James und Jimmie machen aus absurden, wahnsinnigen und teils auch einfach saudämlichen Geschichten eine ziemlich lustige und sehr unterhaltsame Show – Crime in Sports eben. James ist für die Recherche zuständig und führt als Erzähler durch die einzelnen Folgen, Jimmie kommentiert das Erzählte, stellt Fragen und ergänzt an manchen Stellen die Infos. Dabei glänzt er nicht selten mit unbedarfter Unwissenheit, wofür ihn James dann auch verdient bloßstellt. Selbstironie ist bei den beiden wichtiger Programmteil, und dazu gehört, sich auch über die eigenen Unzulänglichkeiten gebührend lustig zu machen.

Die Sportler_innen, deren Lebens- und Leidensgeschichte sie mit uns teilen, kommen zwar großteils aus den USA, aber sie finden auch immer wieder internationale Glanzstücke, wie etwa den ehemaligen österreichischen Eiskunstläufer Wolfgang Schwartz oder den russischen Kickboxer und MMA-Fighter Viacheslav Datsik. Und es ist auch nicht immer alles so lustig, wie es das Motto der Show vermuten lässt. James ist in seinen Berichten und Erzählungen immer bemüht, auch Zwischentöne und schwierige Backgroundstories wie gewalttätige oder drogenabhängige Eltern und ähnliches anzuführen, die in Teilen das kriminelle und schwierige Verhalten der jeweiligen Protagonist_inn_en kontextualisieren – auch wenn es die Sache an sich nicht besser macht. Und es bleiben manchmal auch traurige Geschichten mit nur wenigen unterhaltsamen Momenten, weil Trainer, Behörden und andere Verantwortliche in entscheidenden Momenten versagen.

Insgesamt überwiegt jedoch humorige Absurdität und nicht selten die Einsicht, dass die Erfüllung des amerikanischen Traums manchmal eher einem Alptraum gleichkommt. Die beiden Podcaster sind unterhaltsam, wortgewandt und zeichnen sich durch ein buntes Repertoire an Schimpfwörtern aus, was den eigenen englischen Wortschatz definitiv erweitert. Als Stand-Up-Comedians gehört das natürlich auch zu ihrem Job. Trotzdem steht bei ihren Podcasts nicht der billige Schenkelklopfer im Vordergrund, sondern die Lebensgeschichte der jeweiligen Sportler_innen. Deshalb gelingt es ihnen, selbst an sich tragische Wendungen mit einer gewissen Leichtigkeit zu präsentieren, ohne jedoch wirkliche Dramen in die Respektlosigkeit abgleiten zu lassen. Ihre Sympathie gilt immer den Opfern und deren Angehörigen, ihr Spott immer den Tätern und ihren Wegbereitern (Stichwort “silver-haired white men”).

Wer dreckigen Humor und deftige Flüche zu schätzen weiß, und auch gerne mal neues Popkulturwissen sammelt, ist bei James und Jimmie unter shutupandgivememurder – Crime in Sports genau richtig.

screenshot small town murder podcast am player

2) Small Town Murder – James Pietragallo & Jimmie Whisman (nochmal)

Ja, tatsächlich nochmal die gleichen Podcaster mit einem anderen Podcast zum ähnlichen Thema. Während bei Crime in Sports kriminelle (Ex-)Sportler_innen im Mittelpunkt stehen, dreht sich bei Small Town Murder alles Kriminalität in vermeintlich idyllischen Kleinstädten. Die Konstellation bleibt gleich, James recherchiert und erzählt die Story, Jimmie kommentiert und blamiert sich. Zu Beginn stellt James das Städtchen und seine Geschichte vor, präsentiert die wichtigsten Zahlen und Statistiken und gibt auch noch einen Einblick in den lokalen Immobilienmarkt, falls jemand dort hinziehen möchte. Danach geht es richtig los und wir tauchen ab in die kriminellen Untiefen der meist amerikanische Vororte und Kleinstädte.

Dabei lebt auch dieser Podcast von der Chemie der beiden Hosts und ihrem Wortwitz und Humor – dazu habe ich bereits zuvor zu Crime in Sports alles gesagt. Auch bei Small Town Murder wechseln sich absurde und witzige mit traurigen und tragischen Geschichten ab, wobei selbst die humorigen Highlights nie respektlos den Opfern gegenüber sind. Die Täter_innen jedoch bekommen absolut ihr Fett ab, und das wohlverdient.

Ich kann mich nur nochmal wiederholen: Dreckiger Humor? Deftige Flüche? Ausführliche Recherche und Infos? Wer das zu schätzen weiß, sollte sein geographisches Wissen unter shutupangivememurder – Small Town Murder erweitern.

screenshot bloody murder podcast am player

3) Bloody Murder – Tara Sariban & Barney Black

Nach geballter amerikanischer True-Crime-Power hier noch ein australisches Highlight zum Abschluss der heutigen Zusammenstellung. In Bloody Murder beleuchten die beiden Podcaster Tara Sariban und Barney Black – ihren Zeichens langjährige Freunde mit einer entsprechend traumhaften Chemie – Verbrechen in Australien und dem Rest der Welt. Ähnlich wie James und Jimmie zeichnen auch diese beiden sich durch Wortwitz und einen vielseitigen Reigen origineller Schimpfwörter aus, wobei man an dieser Stellen den Zauber der australischen Sprachfärbung nicht unterschätzen sollte. Hier lernt man nicht nur interessantes über die Melbourner Unterwelt, sondern auch gleich den dazugehörigen Wortschatz 🙂

Mein absoluten Lieblingsfolgen sind jene zuvor genannten zur Melbourne Unterwelt. Dank Tara und Barney habe ich das Gefühl, mit “Uncle ChopChop” Mark “Chopper” Read höchstpersönlich bestens bekannt gewesen zu sein, obwohl ich seinen Namen das erste Mal in diesem Podcast gehört habe. Abseits davon widmen sich beide natürlich auch wichtigen australischen Persönlichkeiten wie dem letzten Bushranger Ned Kelly oder dem Serienmörder Ivan Milat. Und auch ihre internationalen Fälle und Verbrecher_innen erzählen oft Geschichten jenseits ausgetretener Pfade.

Wer also Lust auf etwas andere und unbekannte Verbrechen hat und an Australien, den Leuten, der Sprache und dem “Underbelly” interessiert ist, die kann auf Bloody Murder Podcast mal Tara und Barney kennenlernen.


 

In diesem Post ist vielen ungewohnt. Podcasts sind bei mir und für mich hier ein völlig neues Thema, das ich wohl ohne Covid-19-Pandemie nicht unbedingt erwähnt hätte. Aber wenn die eigene Konzentration nachlässt, lesen schwierig wird und man einmal mehr feststellt, wie wichtig verschiedene Unterhaltungsformen sind, dann kann man schon auch mal drüber schreiben.

Und dann natürlich die neue alte Plattform. Der Mix von englischen und deutschen Blogpost ist anfangs sicher ungewohnt, aber ich hoffe, das bleibt nicht lange so. Wie schon andernorts geschrieben, macht es mir das Schreiben einfacher und angenehmer, wenn ich alles an einem Ort zusammenbringe – und nun mache ich es auch tatsächlich.

Trotz ungewohnter Inhalte und Seite hoffe ich, es gefällt euch. Nächstes Mal folgen die letzten zweieinhalbten liebsten True Crime Comedy Podcasts.

Bis bald, passt auf euch auf 🙂 

2 thoughts on “Meine 5 (einhalb) liebsten True Crime Comedy Podcasts – Teil 1

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